Real Steel M6 Review – ein Messer in 4 Farbvarianten

Real Steel M6 – ein Messer, drei Werkzeuge, vier Farbvarianten.

Real Steel hat mir freundlicherweise drei Messer für Reviews zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür 🙂
Diese Marke ist ziemlich neu auf den Markt (seit 2013) und es gibt aktuell fünf Modelle in einigen Variationen. Sie kommen aus China, werden aber schon von einigen Shops hier In Deutschland verkauft. Ebenso führt beispielsweise SwissBianco auch einige Modelle und verkauft diese in den USA. Wer bei Youtube sucht, wird auch Videoreviews von FuwaForest, Stephan123321 und SwissBianco zu diesen finden.

Modelle

Hier stelle ich die beiden M6 Variante mit grüner und coyote Griffschale vor.
Das M6 gehört zur M-Serie „Multifunction and Rescue Knives“.

M6 Varianten

Geliefert wird es in einer schönen mattsilbernen Pappbox. Darauf findet sich neben dem Firmennamen die Homepageadresse www.realsteelknives.com und ein Aufkleber, der Aufschluss über das innenliegende Modell gibt. In meinem Fall M6 Green und Coyote.

In der Box befinden sich das Messer, was in einer Folientüte liegt und eine „Anleitung“. Darin sind noch einmal die wichtigsten Daten genannt (Maße, Material, die Garantiebestimmungen und eine kleine Bedankung für den Kauf). Die Texte sind in Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch und Italienisch gedruckt. So was habe ich bisher bei keinem asiatischen Messer dabei gehabt (weder bei Sanrenmu, Enlan/Bee, Ganzo, Navy Knives, Leen und bei Inron nur sehr viel einfacher).
Das Bild zeigt jetzt nur einen Teil der beigelegten Anleitung.

mit Anleitung

Die wichtigsten Daten:
Griffmaterial und Lock: G10, Linerlock an der Klinge, die Werkzeuge haben keinen Lock
Klingenlänge, – dicke und -material: Drop point, 84mm, 3,05mm, 8CR14MoV
Messerlänge (geschlossen / offen) und Gewicht: 113mm, 197mm 119g:
Zusatzfunktionen: Flaschenöffner, Seilschneider, Glasbrecher
Sonstiges: Clip (tip down), beidseitiger Daumenpin an der Klinge, bei den Zusatzwerkzeugen jeweils einer. Alle verwendeten Schrauben sind Torxschrauben und keine exotischen Arten, wie bei einigen anderen Messerherstellern.
Varianten: Die Griffschale gibt es in mehreren Farben in Kombination mit schwarz. Ich habe grün und coyote (ich nenne sie mal die Armeefarben) – es gibt aber auch noch rot und orange (die bunten Farben). Orange und rot wird man sicherlich am Tag besser finden, wenn es einem im Wald mal aus der Hand gleiten sollte.

M6 Messer komplett

Die Klinge ist gut zentriert und es gibt ein sattes Klacken des Linerlocks, wenn das Messer geöffnet wird und in der Endposition ist. Ein schönes Geräusch, was ich sehr gerne habe – dann weiß ich, dass der Lock gut sitzt, ohne hinzuschauen.
Hier sieht man noch etwas Öl an der Klinge, was ich nicht für die Bilder abgewischt habe. Das Messer kam so zu mir – es ist also alles ausreichend geschmiert „out of the box“.

Lock

Der Daumenpin zum Öffnen ist für mein Empfinden eine kleine Spur zu nahe an der Griffschale. Es gibt zwar eine kleine Vertiefung daran, damit man besser hinkommt, aber nach meiner Meinung hatte man die Griffschale dort etwas schmaler machen sollen oder den Pin noch den einen Millimeter, der noch vorhanden ist weiter nach außen setzen sollen.

Pin

Der Klingendaumenpin ist leider nicht ganz so daumenfreundlich (etwas scharfkantig) – da ist das Pindesign vom M21 sehr viel besser.
Auf der anderen Seite öffnet man das Messer auch nicht ständig, weshalb das noch kein großes Problem ist.

Pinvergleich

Der Clip geht nicht ganz bis zu Hälfte des Messers und ist jetzt am Anfang noch etwas fest. Ein Lanyardloch ist nicht vorhanden.

Clip

Ein schönes Detail ist, dass man den Clip auch auf die andere Messerseite montieren kann und diese Position durch eine kleine Platte abgedeckt ist. Das habe ich bisher noch bei keinem Messer gesehen, was sehr weit entfernt vom dreistelligen Kaufpreis liegt.

Platte

Damit man noch einmal eine Größenvorstellung des Messers bekommt, habe ich hier mal ein Gruppenbild gemacht:

Messersammlung

Die Klinge trägt auf der einen Seite den Firmenschriftzug und auf der Rückseite den Modellnamen und den Klingenstahl. Der Schriftzug ist ist hervorragend gelasert und auch die Details (wie am R) sind makellos.

Logo

Der Linerlock sichert die Klinge gut und springt etwa bis zur halben Klingenbreite heraus. Ich sehe hier einmal einen Bronze-Washer und der zweite ist ein silbernes Metall – Alu? Stahl? Edelstahl? Die Washer an den Werkzeugen sind jeweils zwei Bronzewasher.

Lock2

Die Griffschale besteht aus zwei Farben. Die oberer dünne Schicht ist schwarz und die untere, dickere ist farbig. Dadurch ergibt sich einen schöne zweifarbige Kombination.

M6 beide

Die G10 Griffschale hat eine feine Struktur und die Metallsegmente unter dem G10 schauen überall etwas hervor und haben eine leichte, nicht scharfkantige Zähnung. Dadurch liegt das Messer immer gut und sicher in der Hand, auch wenn es nass ist oder man mit dünnen Arbeitshandschuhen arbeitet. Die Verarbeitung und das Finish finde ich sehr gut.

Details

Bei den beiden ausklappbaren Werkzeugen ist kein Lock vorhanden, aber sie rasten leicht ein, wie ein Schweizer Taschenmesser. Auch diese verfügen über eine Daumenpin (ein anderes Design als der an der Klinge), was das öffnen mit einer Hand problemlos ermöglicht.
Es ist zum einen ein Gurtschneider und das zweite ist ein Dosen-/Flaschenöffner.

M6 viele Bilder

Tools

Der Glasbrecher ist etwas größer als beim M21, aber bei beiden Messern ist die Spitze extra gehärtet. Man kann ihn auch herausschrauben, wenn er stören sollte (z.B. mit einer Kneifzange).

Breaker

Die Qualität dieses Messers überzeugt, das Design mit den Farbvarianten sticht aus der Masse heraus und man bemerkt, dass hier auch große Sorgfalt bei der Qualitätskontrolle mit eingeflossen ist. Letzt genannter Punkt ist öfters ein Nachteil bei den asiatischen Herstellern, aber bei Real Steel wurde dabei alles richtig gemacht.
Real Steel hat mit diesen Messern einen sehr guten Einstand gefeiert und ich bin gespannt, was wir noch von dieser Marke hören werden.

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Sanrenmu LB T01-A Rettungsmesser – Vorstellung

Ich stelle euch hier eines meiner Lieblingsmesser aus dem Hause SANRENMU vor – das Modell LB T01-A. Ich habe es in der schwarzen Version, es gibt das Messer aber auch noch mal in grau. Ich kürze in dem weiteren Review Sanrenmu mit SRM ab, da man diese Abkürzung auch oft im Internet finden kann.

Geliefert wird es in der gängigen SRM Verpackung (Kunststoff und Pappkombination), wobei ich sagen muss, dass ich bisher noch nie eine Verpackung hatte, die wirklich im perfekten Zustand war. Der Kunststoff hat immer leichte Kratzer und sieht daher nicht so schön aus.

Das Messer ist sehr scharf und liegt gut in der Hand. Die Klinge hat kein Klingenspiel und die Locks schließen sauber und sicher. Es hat ein Lanyardloch, wenn man z.B. einen Paracordlanyard befestigen möchte.

Fakten:

Länge (geschlossen)  Länge (geöffnet) Breite Klingenlänge  Klingenstärke Gewicht 
93mm 166mm 12,2mm (ohne Klipp) 72mm 2,53mm 92g
Lock-Mechanismus Stahlart  Griffmaterial Zubehör 
Double Check Linerlock 8Cr13MoV (57-58HRC) Anodiziertes Aluminium Klipp (beidseitig montierbar, tipp-down

Besonderheiten:
Beidseitiger Daumenpin, Zusatzwerkzeug, Glasbrecher

Sanrenmu gibt einigen Messern noch einen Zweitnamen – dieser lautet bei hier Emergency Escape (Notausstieg), was auch zeigt, wofür dieses Messer entwickelt wurde. Es ist ein Notfallmesser und verfügt über einige Feature, die ich noch näher erläutern werde.

Das A signalisiert die Besonderheit der Klinge – sie hat einen Wellenschliffteil (serrated). Es ist auch ohne den Wellenschliff erhältlich und heißt dann einfach nur T01.

Den Wellenschliff finde ich bei einen Notfallmesser persönlich besser, da ich mir vorstellen kann, dass man damit einen Gurt besser schneiden kann, als mit einer glatten Klinge – vor allem wenn man etwas in Panik ist (die paar Spitzen der Welle „verhacken“ sich ja etwas im Gurt).
Das Messer kann mit dem beidseitigen Daumenpin geöffnet werden oder mit beiden Händen – die Mulde in der Griffschale ist recht tief, so dass man die Klinge problemlos mit den Fingern greifen kann. Das ist notwendig, wenn man die Daumenpins entfernt. Warum dies erforderlich sein könnte, hängt mit dem Deutschen Waffengesetz zusammen und ich gehe im letzten Abschnitt des Reviews darauf ein.

Der Lockmechanismus:
Das Messer hat an der Klinge nicht nur einen Linerlock, sondern einen „Double-check Liner Lock II“. Das bedeutet, dass man bevor man die Klinge einklappen kann, sowohl den normalen Linerlock betätigen muss als auch den zweiten kleinen „double check“ Hebel betätigen muss. Erst jetzt lässt sich die Klinge einklappen.
Damit ist ein versehentliches einklappen nahezu unmöglich.


Zusatzwerkzeug:

Neben der Klinge besitzt das Messer noch drei Helfer.
Die ersten beiden werden wie beim bekannten Schweizer Taschenmesser ausgeklappt, aber sie verfügen auch jeweils über einen Linerlock.
Es ist einmal ein Gurtschneider/Seilkapper und vermutlich kann man damit auch Kleidung auftrennen.
Das zweite ist eine Kombination aus Flaschenöffner und Schraubenzieher, so wie ihn viele Messer haben
Das letzte ist der Glasbrecher. Er ist sehr kurz gehalten, was sehr praktisch ist, da er so beim Tragen in der Tasche nicht stört und auch nichts kaputt macht, wenn man etwas vorsichtig ist. Ich würde es trotzdem nicht in der Nähe des Handys in der Reisetasche transportieren – nicht das sich doch Glasbrecher und Display zu Nahe kommen.
Es sieht so aus als ob man den Glasbrecher mit einer Zange herausdrehen kann – wenn er also doch stört und nicht es nicht als Notfallmesser genutzt werden soll, kann man das also lösen.
Bisher habe ich den Glasbrecher noch nicht benutzt, kann also nicht sagen, ob er gut funktioniert.

Der Gürtelklipp kann beidseitig montiert werden.

Mein persönliches Fazit:
Ein schönes Messer, das durch seine Zusatzfeatures einiges zu bieten hat. Es ist äußerste scharf und durch den Double Check Linerlock, ist die klinge optimal gesichert.
Für mich ist es eine optimale Ergänzung für das Auto. Da ich davon überzeugt bin, dass es mir auch in der Notfallsituation hilfreich sein wird. Die Qualität des Messers ist hervorragend, wenn man eventuelle kleine optische Makel verkraften kann.
Näheres dazu in Post 2 – da es nicht in den Review gehört.

Rechtliche Hinweise:
Das Messer fällt in Deutschland unter das Führungsverbot, da es zwei Daumenpins besitzt und damit ein Einhandmesser ist (kann man einer Hand geöffnet und festgestellt werden). Nähere Informationen findet ihr hier und hier, sowie im Waffengesetz (der wohl wichtigste Paragraph bezüglich Führungsverbot und Ausnahmen (z.B. wegen speziellen Beruf) ist §42a WaffG).

Ob es durch das Entfernen des Daumenpins automatisch zum Zweihandmesser wird, kann ich nicht beurteilen und liegt im Ermessensspielraum von der Polizei, wenn es zu einer Kontrolle kommt.

Es ist zum Zeitpunkt der Kontrolle ohne Daumenpin zwar kein Einhandmesser mehr (im Sinne der Verwendbarkeit), es kann aber sein, dass der Gesetzgeber bzw. die Polizei als ausführendes Organ es so auslegt, dass es es zum Herstellungszeitpunkt ein Einhandmesser war und immer eines sein wird, egal was man damit macht.