Ganzo G720 Review – breite und starke Klinge, Axislock

Ganzo G720 – ein stabiles Messer, was schnell seine Freunde finden wird. Es wurde mir freundlicherweise von Gearbest (Link zum Produkt) für diesen Test zur Verfügung gestellt.
Ganzo ist eine der asiatischen Messermanufakturen, die in den letzten 4-5 Jahren mit Messern in der westlichen Welt aufgetaucht sind.
Wer sich etwas bei den Messerherstellern auskennt, wird schnell entdecken, dass sich die Marke nicht selten an westlichen Marken orientiert. Vor allem das Haus Benchmade ist hier oft betroffen, das unter anderem auch einige Messer unter dem Namen H&K (Heckler und Koch) produziert. Das wohl bekannteste Messer von Ganzo ist das G704, was dem H&K 14205 Snody nachempfunden ist. Dieses Ganzomodell werde ich daher auch später bei einigen Vergleichsbildern heranziehen.

Das G720 orientiert sich aber nicht an Benchmade, sondern an Lion Steel mit dem Modell SR-1.
Kurz zum Vergleich des SR1 zum G720:
Sie unterscheiden sich natürlich nicht nur im Preis (LionSteel ca. 180€) und im verwendeten Stahl. Das LionSteel hat einen Aluminiumgriff, D2 Klingenstahl und einen modifizierten Framelock.
Das G720 eine G10 Griffschale, 440C Klingenstahl und einen Axislock.
Über die Verarbeitung des SR1 kann ich nichts sagen, da mir kein Exemplar davon vorliegt.


Ganzo wie auch wie einige andere asiatische Hersteller (z.B. Sanrenmu oder Enlan, wobei letzt genannter Hersteller lediglich den Axislock übernommmen hat, keine anderen Designvorlagen) sehe ich aber nicht als billige Plagiatshersteller (alle Messer von ohne Ganzo tragen auch ihr Logo, haben eine richtige Verpackung und können auch bei der Qualität überzeugen).
Hierbei sollte man aber beachten, dass es eben kein 100-200€ Messer ist wie die Designvorlage, aber die Qualität ist trotzdem recht gut.
Genug über den Hersteller gesprochen, kommen wir zum Reviewexemplar.


Das G720 gibt es in drei Griffschalenfarben: Schwarz, armeegrün und orange.
Orange hat den Vorteil, dass man es auch in typischen Einsatzorten wieder findet kann, wenn man es mal aus der Tasche fällt. Grün und schwarz sieht man auf Wiesen oder auf dem Waldboden recht schlecht.

Die wichtigsten Messerdaten:
Länge geöffnet 21cm, ungeöffnet 12,1cm
Klingenlänge: 8,9cm, Klingenstärke: 4mm
Material: Klinge 440C, Griff: G10
Gewicht: ca. 205g
Sonstiges: Axislock, Klipp, Glasbrecher

Mit dem Glasbrecher ist auch der Klipp an dem G720 befestigt. Er hat eine gute Festigkeit (verbiegt sich nicht leicht und man kann ihn gut nutzen, um es an der Hosentasche zu befestigen).

Lieferumfang:
Schwarze Pappbox, schwarzer dünner Beutel mit Ganzologos (das ist im Gegensatz zur braunen Pappverpackung, die es von vielen Ganzos gibt, die Geschenkverpackung). Der Beutel ist nur eine Art Staubschutz oder für die Vitrine gedacht und nicht für den Transport Gürteltasche (Material ist recht dünn und hält keine großen Belastungen aus).

Leider gibt es bei vielen Messern nur schwarze Griffvarianten. Bei Ganzo und einigen anderen Herstellern, gibt es aber auch inzwischen orangene Varianten.

Hier auf dem Bild sieht man mal den Größenvergleich zu einigen anderen populären Klingen aus Asien und ein feststehendes aus Solingen.
Linder Pfadfindermesser, RealSteel T3000, Enlan EL01, Ganzo G720 und Ganzo G704.

Hier sieht man noch einmal die Klingenstärke im Vergleich:
Von unten nach oben RS T3000, G720, G704, EL01.

Hier noch mal ein Größenvergleich in der Hand und man sieht gut, wie die Hand die Griffschale umschließt. Der Daumen liegt oben auf dem Jimping auf.

Die Griffschale ist sauber gearbeitet und bietet der Hand eine gute Griffigkeit. Die verwendeten Schrauben sind gängige Torx und keine Spezialschrauben, wie sie von anderen Herstellern benutzt werden. Lediglich der Glasbrecher benötigt etwas Spezielleres. Hier kann man eine Sprengringzange genutzt werden.

Weiter unten an der Griffschale ist noch einmal ein Lanyardloch. Dort passt ein Paracordstrang problemlos durch, so dass man ein Lanyard daran befestigen kann.

Die Klinge unterscheidet sich deutlich beim Finish verglichen mit dem G704. Das G704 hat eine satinierte Klinge, die aber nach einiger Benutzung Gebrauchsspuren aufweisen wird. Beim G720 wurde auf dieses Finish verzichtet.

Es ist keinerlei Klingenspiel feststellbar und der Axis-Lock rastet sauber ein. Die Klinge kommt sehr scharf „out oft he box“ und muss nicht vor den ersten Einsätzen nachgeschärft werden.
Mit dem 440C Klingenstahl wurde hier ein guter Stahl gewählt, der für viele normale Aufgaben sehr gut geeignet ist. Das Nachschärfen wird hier auch nicht zu einer extrem Geduldsprobe, wie bei D2 Stahl.

Durch die Klingengröße und das Gewicht ist es mir nicht möglich, das Messer blitzschnell mit einer Hand zu öffnen. Ebenso ist ein Schließen mit einer Hand möglich, wobei man es in der Hand etwas bewegen muss.
Es ist zwar ein Einhandmesser, aber mit beiden geht es weiter besser.

Sind die asiatischen Messer anstandslos zu empfehlen?
Hier spreche ich mal aus meiner bisherigen Erfahrung aus meinen Käufen der letzten Jahre der Marken Ganzo, Enlan/Bee, Sanrenmu und Navy. Die Anzahl der Exemplare, die ich selber erworben habe bzw. von Freunden her kenne dürfte hier im beinahe dreistelligen Bereich liegen. Es gab nur zwei Exemplar mit gravierenden Mängeln (einmal viel Klingenspiel, sowohl vertikal als auch horizontal, was man nie ganz wegbekommen hat und einmal einen Lock, der bei starken Belastungen versagt hat. Hier muss ich allerdings dazusagen, dass das Exemplar ca. drei Jahre alt ist und neuere Exemplare tadellos verriegeln und sich nicht lösen).
Kleine Mängel wie z.B. kleine Kratzer an der Griffschale oder ein paar ganz feine an der Klinge gibt es öfters Mal. Auch das Exemplar hat einen leichten Mangel in Form eines zu großen Spaltmaßes an der Griffschale. Allerdings hatte ich inzwischen auch drei Exemplare gekauft, die in einem perfekten Zustand waren. Ebenso habe ich in Messerforen zahlreiche Bilder (von allen Farbvarianten) gesehen, bei denen kein Spaltmaß vorhanden war.

Fazit:
Man bekommt hier ein gutes Messer zum günstigen Preis. Wer also ein etwas größeres Messer sucht, wird damit sicherlich glücklich werden, vor allem, da man weit entfernt vom dreistelligen Kaufpreis entfernt ist. Es ist anständig verarbeitet, der Axislock sichert die Klinge gut.
Das Messer überzeugt mich und ich empfehle es gerne an Freunde, wenn die was mit breiter Klinge suchen.

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Sanrenmu 9063, RealSteel 963 und das kleine Sanrenmu 763

Sanrenmu 9063 und Real Steel 963 – Zwillinge oder doch nicht ganz?

Vor Jahren produzierte Sanrenmu die beiden kleinen Sanrenmu 763 mit beiger (763GA) und schwarzer (763GB) G10 Griffschale, gesichert durch einen Axislock. Zusätzlich gab es das auch noch mit schwarzer Aluminiumgriffschale (763-LB). Seit ca. 4-5 Jahren sind aber die G10 Modelle nicht mehr auf dem Markt erhältlich oder nur zu sehr hohen Preisen, die Aluminiumversion habe es noch länger, ist aber inzwischen auch nur noch schwer zu bekommen.

Vor ca. 2 Jahr hat Sanrenmu wieder ein neues Modell aufgelegt, das 7063. Damals noch mit Liner Lock und Alugriffschale und seit diesem Jahr gibt es auch wieder eine Axislock Variante, wie das alte 763, allerdings auch nur mit Aluminium Griffschale. Beide gibt es dafür in vier Farben – orange, blau, schwarz und grau.
2013 kam weiterhin ein anderes Sanrenmu Messer (SRM 7046) auf dem Markt, deren Griffschale vom Grobdesign auch am alten Modell orientiert war, allerdings gab es noch einige große Unterschiede.


Von oben: Sanrenmu 763GB, Sanrenmu 7046LTE-LK, Sanrenmu 7046LTE-LKR, Real Steel E963.

Shoplinks zu den Modellen (Shop in Asien, Liferzeit ca. 3-4 Wochen, Preise gerundet):
Real Steel E963 (schwarze oder coyote Griffschale) $30
Sanrenmu 7046 (Meißelklinge Griffschale, grün oder grau) $12,50
Sanrenmu 7063 Axislock (blau, bronze, grau oder schwarz) $12,20
Sanrenmu 7063Liner Lock (blau, orange, bronze, grau) $11,40
Sanrenmu 9063 (schwarze Griffschale) $15,60

Die Griffschale besitzt als Zusatzfunktion einen Schraubenschlüsseleinsatz für 4, 6, 8 und 10mm. Weiterhin hat es statt eines Daumenpins eine Daumendisk, die man mit Hilfe einer Schraube entfernen kann (somit ist es dann kein Einhandmesser mehr und §42a konform) und eine Meißelklinge (davon gab es auch schon mal das größere Sanrenmu T08).. Dieses gibt mit goldenen und silbernen Linern und weiteren kleinen Details. Weiterhin gibt es auch einen grüne Griffschale mit goldenen Linern.  Die beiden Exemplare gefallen mit besser als die Aluminiumschalenvarianten des SRM 7063.
Das SRM7046 werde ich etwas später noch mal genauer vorstellen.

2013 erblicke auch die ersten Messer von Real Steel das Licht der Welt. Einige Modelle werden wohl bei Sanrenmu produziert und dort tauchte auch zum ersten Mal ein großes Modell auf, was stark an das 763 erinnerte.
Dieses habe ich bereits damals näher vorgestellt – das Real Steel E963.

Jetzt gibt es das Sanrenmu 9063, das auf den ersten Blick identisch zum Real Steel 963 erscheint.
Hier werden nun die beiden Modell kurz mit einander verglichen, um zu sehen, ob Sanrenmu hier zwei Messer fertigt oder eines unter zwei Namen.

Die Ähnlichkeit ist nicht anzweifeln und zeigt deutlich, wie gering sich das Real Steel E963 (hier die stonewashed, coyote G10 Variante). vom Sanrenmu 9063 (schwarz G10, polierte Klinge) unterscheidet.
Ganz unten ist das Sanrenmu 763GB (schwarzes G10, polierte Klinge, diese ist auf dem Bild nur etwas ölig, da es noch unbenutzt ist).
Hier mal die Daten, der großen Exemplare (sind gleich)
Maße: Länge (geöffnet): 199mm, (geschlossen) 111mm, Klingenlänge 88mm, Klingenstärke 3,05mm
Gewicht: ca. 129g
Material: Klinge 8Cr14MoV, Linerlock 3Cr13MoV, Griff G10
Doppelseiter Daumenpin, Lanyardloch, Klipp

Das SRM763 hat eine Klingenlänge von 68mm, G10 Griffschale und Axislock.

Die zwei größten Unterschiede zum SRM763 liegen im Lock und über die Möglichkeit, den Klipp zu versetzen.
Das SRM763 hat einen Axislock (leichtgängig, wie bei Benchmade) und der Klipp kann nur von der rechten auf die linke Seite gewechselt werden – immer tip-down.
Das Real Steel und SRM9063 haben beide einen Linerlock und der Klipp kann nur auf einer Griffschalenseite versetzt werden. Dafür ist hier tip-up und tip-down möglich.

Überraschenderweise kommt das Sanrenmu 9063 ohne Sanrenmu Schriftzug auf der Klinge. So etwas gab es noch nie. Die ganz alten Modelle von Sanrenmu, die etwas größer waren trugen den LAND Schriftzug, die neuen für den chinesischen Markt (ohne Lock, Klingenlänge unter 75mm) das chinesische Logo der Blue Line Serie und alle anderen Sanrenmu Modelle das Sanrenmu Logo und die Modellbezeichnung. Auf der Rückseite steht dann noch der Klingenstahl. Bei den neusten Modellen steht die Modellbezeichnung inzwischen auch auf der Klingenrückseite und ein Logo, das über das Designjahr informiert.
Bei einigen Modellen ist dort auch der Name des Designers zu finden z.B. Windrunner oder Lianggang. Lianggang hat auch einige anderer Real Steel Messer designed.

Die Vermutung, dass das einfach nur ein Messer ist, was den Produktionsschritt (das belabeln) übersprungen hat kann widerlegt werden, da mehrere Exemplare vorliegen und keines ein Logo hat. Kein Messer, was bisher in den internationalen Messerforen aufgetaucht ist, besitzt eines. Ein Shop schreibt, dass es Absicht ist, da es länger als die erlaubten 75mm des chinesischen Rechts ist und somit die Zuordnung zum Hersteller erschweren soll.

Den weiteren Unterschied kann man auf dem oberen Bild gut erkennen. Die Ecken des Klingenrückens sind beim Real Steel gerundet, beim SRM eckig. Abgerundet fühlt sich einfach besser an und zeigt einen weiteren Produktiobnsschritt. Sehr angenehm ist das auch beim Ganzo G717 oder Navy K507.
Liner Lock

Hier sieht man noch mal einen Vergleich, wie der Liner steht, wenn es geöffnet wird. Beide halten die Klinge gut in Position und rutschen nicht zu weit nach rechts. Die Washer kann man auf dem Bild nicht so gut erkennen, aber es sind beides die gleichen: Auf der einen Seite ein Bronzewasher, auf der anderen ein schwarzer Kunstststoffwasher.

Gut durchdacht ist bei allen Modellen das Lanyardloch. Es ist zum einen sehr breit, weiterhin geht das G10 nicht darüber. Somit steht das Lanyard nicht über dem Messergriffmaterial, sondern schließt z.B. bei Paracord damit ab. Weiterhin bekommt man problemlos mehrere Stränge durch.

Beide Messer kommen mit einer guten Schärfte direkt vom Hersteller, die Klingen sind geölt und haben kein Klingenspiel. Das Real Steel hat eine perfekt zentrierte Klinge, zwei meiner drei Sanrenmu Klingen sind auch gut zentriert, eine ist minimal nach rechts versetzt, aber noch weit entfernt davon, eventuell die Griffschale zu berühren.
Das E963 läuft auch von der Klinge her etwas sauberer und lässt sich eine Spur leichter öffnen als das Sanrenmu Modell.
Der markanteste Unterschied liegt aber im Messerfinish. Real Steel bietet hier ein stonewashed und eine polierte Variante an. Das stonewashed Modell hat aber trotzdem ein Glanzoberfläche erhalten – im Gegensatz zum Enlan EL02B, das auch eine matte Oberfläche hat.
Bei Sanrenmu gibt es nur die polierte Klinge, die aber auch nicht bis zum Ende durchgezogen wurde. Man bemerkt auf Höhe des Daumenpins eine leichte Linie an der Klinge. Vermutlich wird also schon vor dem letzten Finish der Daumenpin montiert und deshalb ist es nur bis zu diesem poliert – ca. 1,5cm sind leicht anders.

Verpackung:
Das Sanrenmu kommt in einer dünnen Plastiktüte und einer weißen Pappbox (komplett unbeschriftet, ohne Modellaufkleber). Das Real Steel in einer silbernen Pappschachtel mit schwarzen Schriftzug, Modellaufkleber und das Messer selber ist neben der dünnen Tüte noch in einer Luftpolstertasche. Weiterhin ist noch ein Beipackzettel dabei, der die wichtigsten Maße nennt und die technischen Daten aufweist.

Beide Messer sind also nahezu identisch, liegen aber preislich weit auseinander. Das Real Steel kostet knapp $15 mehr. Dafür läuft etwas eine Spur besser (das kann man aber vielleicht auch noch durch entsprechendes ölen gleichwertig hinbekommen) und wenn man es verschenken will, durch die Box einfach repräsentativer.

RealSteel T96T Vorstellung + Tanto Klinge , Double check liner Lock

Messer mit Tanto Klinge sind recht selten – aber hier ist eines, was echt schön ist und ich daher etwas genauer vorstellen möchte. Es gibt das Messer aber auch mit Drop-Point Klinge falls einem das Konzept gefällt, aber Tanto eben nicht zusagt. Es ist das RealSteel T96T. Ich möchte hier betonen, dass die Tanto Klinge nicht der klassischen asiatischen entspricht, sondern der heute gebräuchlicheren amerikanischen Tantoklinge. Ich verweise mal dazu auf eine andere Seite, wo die verschiedenen Klingenformen kurz erläutert werden.

Eine etwas andere Messerform (modifizierte Tantoklinge) und einen anderen Klingenstahl (Sandvik 12C27 Stahl ) gibt es in Form des T98 schon länger auf dem Markt, jedoch nur die coyote G10 Variante mit schwarzer und silberner Klinge.

SRM T08 RS T96T

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RealSteel E963 Review, der große Bruder des 763

Hier habe ich nun ein neues Messer, was mich alleine vom Design her interessiert hat. Es handelt sich um das RealSteel E963. Einigen wird es sicherlich bekannt vorkommen, aber die Ursache ist ziemlich einfach. Der Designer Liang Gang hat sowohl das RealSteel E963 als auch das Sanrenmu 763 entwickelt.

Einen kurzen Vergleich der beiden Messer habe ich am Ende des Reviews vorgenommen,  wobei gleich anzumerken ist, dass das RealSteel eher den sehr großen Bruder verkörpert bezüglich Klingenlängen und Stärke.

E963 Box Buwuve Review photo ReviewRSE963Box1200_zps9827cf19.jpg

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Real Steel M6 Review – ein Messer in 4 Farbvarianten

Real Steel M6 – ein Messer, drei Werkzeuge, vier Farbvarianten.

Real Steel hat mir freundlicherweise drei Messer für Reviews zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür 🙂
Diese Marke ist ziemlich neu auf den Markt (seit 2013) und es gibt aktuell fünf Modelle in einigen Variationen. Sie kommen aus China, werden aber schon von einigen Shops hier In Deutschland verkauft. Ebenso führt beispielsweise SwissBianco auch einige Modelle und verkauft diese in den USA. Wer bei Youtube sucht, wird auch Videoreviews von FuwaForest, Stephan123321 und SwissBianco zu diesen finden.

Modelle

Hier stelle ich die beiden M6 Variante mit grüner und coyote Griffschale vor.
Das M6 gehört zur M-Serie „Multifunction and Rescue Knives“.

M6 Varianten

Geliefert wird es in einer schönen mattsilbernen Pappbox. Darauf findet sich neben dem Firmennamen die Homepageadresse www.realsteelknives.com und ein Aufkleber, der Aufschluss über das innenliegende Modell gibt. In meinem Fall M6 Green und Coyote.

In der Box befinden sich das Messer, was in einer Folientüte liegt und eine „Anleitung“. Darin sind noch einmal die wichtigsten Daten genannt (Maße, Material, die Garantiebestimmungen und eine kleine Bedankung für den Kauf). Die Texte sind in Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch und Italienisch gedruckt. So was habe ich bisher bei keinem asiatischen Messer dabei gehabt (weder bei Sanrenmu, Enlan/Bee, Ganzo, Navy Knives, Leen und bei Inron nur sehr viel einfacher).
Das Bild zeigt jetzt nur einen Teil der beigelegten Anleitung.

mit Anleitung

Die wichtigsten Daten:
Griffmaterial und Lock: G10, Linerlock an der Klinge, die Werkzeuge haben keinen Lock
Klingenlänge, – dicke und -material: Drop point, 84mm, 3,05mm, 8CR14MoV
Messerlänge (geschlossen / offen) und Gewicht: 113mm, 197mm 119g:
Zusatzfunktionen: Flaschenöffner, Seilschneider, Glasbrecher
Sonstiges: Clip (tip down), beidseitiger Daumenpin an der Klinge, bei den Zusatzwerkzeugen jeweils einer. Alle verwendeten Schrauben sind Torxschrauben und keine exotischen Arten, wie bei einigen anderen Messerherstellern.
Varianten: Die Griffschale gibt es in mehreren Farben in Kombination mit schwarz. Ich habe grün und coyote (ich nenne sie mal die Armeefarben) – es gibt aber auch noch rot und orange (die bunten Farben). Orange und rot wird man sicherlich am Tag besser finden, wenn es einem im Wald mal aus der Hand gleiten sollte.

M6 Messer komplett

Die Klinge ist gut zentriert und es gibt ein sattes Klacken des Linerlocks, wenn das Messer geöffnet wird und in der Endposition ist. Ein schönes Geräusch, was ich sehr gerne habe – dann weiß ich, dass der Lock gut sitzt, ohne hinzuschauen.
Hier sieht man noch etwas Öl an der Klinge, was ich nicht für die Bilder abgewischt habe. Das Messer kam so zu mir – es ist also alles ausreichend geschmiert „out of the box“.

Lock

Der Daumenpin zum Öffnen ist für mein Empfinden eine kleine Spur zu nahe an der Griffschale. Es gibt zwar eine kleine Vertiefung daran, damit man besser hinkommt, aber nach meiner Meinung hatte man die Griffschale dort etwas schmaler machen sollen oder den Pin noch den einen Millimeter, der noch vorhanden ist weiter nach außen setzen sollen.

Pin

Der Klingendaumenpin ist leider nicht ganz so daumenfreundlich (etwas scharfkantig) – da ist das Pindesign vom M21 sehr viel besser.
Auf der anderen Seite öffnet man das Messer auch nicht ständig, weshalb das noch kein großes Problem ist.

Pinvergleich

Der Clip geht nicht ganz bis zu Hälfte des Messers und ist jetzt am Anfang noch etwas fest. Ein Lanyardloch ist nicht vorhanden.

Clip

Ein schönes Detail ist, dass man den Clip auch auf die andere Messerseite montieren kann und diese Position durch eine kleine Platte abgedeckt ist. Das habe ich bisher noch bei keinem Messer gesehen, was sehr weit entfernt vom dreistelligen Kaufpreis liegt.

Platte

Damit man noch einmal eine Größenvorstellung des Messers bekommt, habe ich hier mal ein Gruppenbild gemacht:

Messersammlung

Die Klinge trägt auf der einen Seite den Firmenschriftzug und auf der Rückseite den Modellnamen und den Klingenstahl. Der Schriftzug ist ist hervorragend gelasert und auch die Details (wie am R) sind makellos.

Logo

Der Linerlock sichert die Klinge gut und springt etwa bis zur halben Klingenbreite heraus. Ich sehe hier einmal einen Bronze-Washer und der zweite ist ein silbernes Metall – Alu? Stahl? Edelstahl? Die Washer an den Werkzeugen sind jeweils zwei Bronzewasher.

Lock2

Die Griffschale besteht aus zwei Farben. Die oberer dünne Schicht ist schwarz und die untere, dickere ist farbig. Dadurch ergibt sich einen schöne zweifarbige Kombination.

M6 beide

Die G10 Griffschale hat eine feine Struktur und die Metallsegmente unter dem G10 schauen überall etwas hervor und haben eine leichte, nicht scharfkantige Zähnung. Dadurch liegt das Messer immer gut und sicher in der Hand, auch wenn es nass ist oder man mit dünnen Arbeitshandschuhen arbeitet. Die Verarbeitung und das Finish finde ich sehr gut.

Details

Bei den beiden ausklappbaren Werkzeugen ist kein Lock vorhanden, aber sie rasten leicht ein, wie ein Schweizer Taschenmesser. Auch diese verfügen über eine Daumenpin (ein anderes Design als der an der Klinge), was das öffnen mit einer Hand problemlos ermöglicht.
Es ist zum einen ein Gurtschneider und das zweite ist ein Dosen-/Flaschenöffner.

M6 viele Bilder

Tools

Der Glasbrecher ist etwas größer als beim M21, aber bei beiden Messern ist die Spitze extra gehärtet. Man kann ihn auch herausschrauben, wenn er stören sollte (z.B. mit einer Kneifzange).

Breaker

Die Qualität dieses Messers überzeugt, das Design mit den Farbvarianten sticht aus der Masse heraus und man bemerkt, dass hier auch große Sorgfalt bei der Qualitätskontrolle mit eingeflossen ist. Letzt genannter Punkt ist öfters ein Nachteil bei den asiatischen Herstellern, aber bei Real Steel wurde dabei alles richtig gemacht.
Real Steel hat mit diesen Messern einen sehr guten Einstand gefeiert und ich bin gespannt, was wir noch von dieser Marke hören werden.

Sanrenmu LB T01-A Rettungsmesser – Vorstellung

Ich stelle euch hier eines meiner Lieblingsmesser aus dem Hause SANRENMU vor – das Modell LB T01-A. Ich habe es in der schwarzen Version, es gibt das Messer aber auch noch mal in grau. Ich kürze in dem weiteren Review Sanrenmu mit SRM ab, da man diese Abkürzung auch oft im Internet finden kann.

Geliefert wird es in der gängigen SRM Verpackung (Kunststoff und Pappkombination), wobei ich sagen muss, dass ich bisher noch nie eine Verpackung hatte, die wirklich im perfekten Zustand war. Der Kunststoff hat immer leichte Kratzer und sieht daher nicht so schön aus.

Das Messer ist sehr scharf und liegt gut in der Hand. Die Klinge hat kein Klingenspiel und die Locks schließen sauber und sicher. Es hat ein Lanyardloch, wenn man z.B. einen Paracordlanyard befestigen möchte.

Fakten:

Länge (geschlossen)  Länge (geöffnet) Breite Klingenlänge  Klingenstärke Gewicht 
93mm 166mm 12,2mm (ohne Klipp) 72mm 2,53mm 92g
Lock-Mechanismus Stahlart  Griffmaterial Zubehör 
Double Check Linerlock 8Cr13MoV (57-58HRC) Anodiziertes Aluminium Klipp (beidseitig montierbar, tipp-down

Besonderheiten:
Beidseitiger Daumenpin, Zusatzwerkzeug, Glasbrecher

Sanrenmu gibt einigen Messern noch einen Zweitnamen – dieser lautet bei hier Emergency Escape (Notausstieg), was auch zeigt, wofür dieses Messer entwickelt wurde. Es ist ein Notfallmesser und verfügt über einige Feature, die ich noch näher erläutern werde.

Das A signalisiert die Besonderheit der Klinge – sie hat einen Wellenschliffteil (serrated). Es ist auch ohne den Wellenschliff erhältlich und heißt dann einfach nur T01.

Den Wellenschliff finde ich bei einen Notfallmesser persönlich besser, da ich mir vorstellen kann, dass man damit einen Gurt besser schneiden kann, als mit einer glatten Klinge – vor allem wenn man etwas in Panik ist (die paar Spitzen der Welle „verhacken“ sich ja etwas im Gurt).
Das Messer kann mit dem beidseitigen Daumenpin geöffnet werden oder mit beiden Händen – die Mulde in der Griffschale ist recht tief, so dass man die Klinge problemlos mit den Fingern greifen kann. Das ist notwendig, wenn man die Daumenpins entfernt. Warum dies erforderlich sein könnte, hängt mit dem Deutschen Waffengesetz zusammen und ich gehe im letzten Abschnitt des Reviews darauf ein.

Der Lockmechanismus:
Das Messer hat an der Klinge nicht nur einen Linerlock, sondern einen „Double-check Liner Lock II“. Das bedeutet, dass man bevor man die Klinge einklappen kann, sowohl den normalen Linerlock betätigen muss als auch den zweiten kleinen „double check“ Hebel betätigen muss. Erst jetzt lässt sich die Klinge einklappen.
Damit ist ein versehentliches einklappen nahezu unmöglich.


Zusatzwerkzeug:

Neben der Klinge besitzt das Messer noch drei Helfer.
Die ersten beiden werden wie beim bekannten Schweizer Taschenmesser ausgeklappt, aber sie verfügen auch jeweils über einen Linerlock.
Es ist einmal ein Gurtschneider/Seilkapper und vermutlich kann man damit auch Kleidung auftrennen.
Das zweite ist eine Kombination aus Flaschenöffner und Schraubenzieher, so wie ihn viele Messer haben
Das letzte ist der Glasbrecher. Er ist sehr kurz gehalten, was sehr praktisch ist, da er so beim Tragen in der Tasche nicht stört und auch nichts kaputt macht, wenn man etwas vorsichtig ist. Ich würde es trotzdem nicht in der Nähe des Handys in der Reisetasche transportieren – nicht das sich doch Glasbrecher und Display zu Nahe kommen.
Es sieht so aus als ob man den Glasbrecher mit einer Zange herausdrehen kann – wenn er also doch stört und nicht es nicht als Notfallmesser genutzt werden soll, kann man das also lösen.
Bisher habe ich den Glasbrecher noch nicht benutzt, kann also nicht sagen, ob er gut funktioniert.

Der Gürtelklipp kann beidseitig montiert werden.

Mein persönliches Fazit:
Ein schönes Messer, das durch seine Zusatzfeatures einiges zu bieten hat. Es ist äußerste scharf und durch den Double Check Linerlock, ist die klinge optimal gesichert.
Für mich ist es eine optimale Ergänzung für das Auto. Da ich davon überzeugt bin, dass es mir auch in der Notfallsituation hilfreich sein wird. Die Qualität des Messers ist hervorragend, wenn man eventuelle kleine optische Makel verkraften kann.
Näheres dazu in Post 2 – da es nicht in den Review gehört.

Rechtliche Hinweise:
Das Messer fällt in Deutschland unter das Führungsverbot, da es zwei Daumenpins besitzt und damit ein Einhandmesser ist (kann man einer Hand geöffnet und festgestellt werden). Nähere Informationen findet ihr hier und hier, sowie im Waffengesetz (der wohl wichtigste Paragraph bezüglich Führungsverbot und Ausnahmen (z.B. wegen speziellen Beruf) ist §42a WaffG).

Ob es durch das Entfernen des Daumenpins automatisch zum Zweihandmesser wird, kann ich nicht beurteilen und liegt im Ermessensspielraum von der Polizei, wenn es zu einer Kontrolle kommt.

Es ist zum Zeitpunkt der Kontrolle ohne Daumenpin zwar kein Einhandmesser mehr (im Sinne der Verwendbarkeit), es kann aber sein, dass der Gesetzgeber bzw. die Polizei als ausführendes Organ es so auslegt, dass es es zum Herstellungszeitpunkt ein Einhandmesser war und immer eines sein wird, egal was man damit macht.