XTAR MC1 Ladegerät für einen Li-Ionen Akku – klein, günstig, gut

XTAR MC1 Ladegerät – klein, günstig, gut. So kann man den Lader zusammenfassen, aber lest selbst.

XTAR hat mir freundlicherweise diesen Lader zur Verfügung gestellt, den ich hier näher vorstellen möchte.
Für technische Details verweise ich auf HKJs Review, den Akkuguru aus Dänemark. Er hat in dem Bereich einfach extrem viel Erfahrung, eine gute technische Ausrüstung und bereits jede Menge Zeit in die Messkurven usw. investiert.
Das Unternehmen XTAR ist recht innovativ und bringt mehrmals pro Jahr einige neue Lader raus. Oft überarbeiten sie bisherige Modelle, fügen neue Funktionen hinzu und fragen da öfters in Foren oder bei Reviewern nach, was sie gerne in einem Lader haben wollen.

Das MC1 ist der indirekte Nachfolger vom XTAR MP1s und kann man mit wenigen Fakten zusammenfassen:
Das Ladegerät ist klein, leicht, ideal für Reisen und kostengünstig. In Deutschland kann man für unter 7€ zuzüglich Versand erwerben.

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass es wieder einen offiziellen XTAR Shop in Deutschland gibt (gehört zu LuxundLumen). Dieser Review hat aber nichts mit diesem Shop zu tun, sondern mein Exemplar stammt von der Firmenzentrale in HongKong.

Verpackung:
Sie ist im mattschwarz gehalten, besitzt Foto des Laders und zeigt alle wichtigen Daten (Funktionen, ladbare Akkutypen). Weiterhin sind alle technischen Logos (CE, RoHS, grüner Punkt, durchgestrichene Mülltonne etc.) darauf, die für Deutschland (und vermutlich viele weitere Länder) wichtig sind.
Zusätzlich besitzt es auch das bereits bekannte Anti-Fake-Siegel (auf dem Lader selbst ist zu wenig Platz für das Siegel), bei dem sich unter einer grauen, wegkratzbaren Schutzschicht, ein einzigartiger Produktkey verbirgt, mit dem man die Echtheit auf der Homepage überprüfen kann.
Insgesamt macht sie einen wertigen Eindruck und ich mag solche Pappboxen lieber als Blisterverpackungen aus Kunststoff.
Mein Exemplar ist nur etwas durch den Versand in der DHL Expresstüte etwas in Mitleidenschaft gezogen worden, trotz zusätzlichen Polsterumschlag im Inneren.

Lieferumfang:
Neben dem Lader enthält die Verpackung ein USB Kabel (USB auf Micro USB), eine Garantiekarte mit Seriennummer und eine Anleitung. Der Verpackungsinhalt ist also recht übersichtlich, aber für nicht mal 7€ ist das vollkommen ok.

Technische Daten:
5 Volt Micro USB Eingang, Stromstärke 0,5A (+/- 50mA), Terminierungs-Stromspannung: 4,2 Volt +/- 0,05V.
Mit Micro USB hat es die gleiche Schnittstelle wie viele gängige Mobiltelefone. Man kann daher auch das Ladegerät nehmen, um den MC1 mit Strom zu versorgen.

Das Ladegerät verfügt über einen Verpolungsschutz und lädt mit dem CC/CV Verfahren. Weiterhin löst er die Schutzschaltung bei Akkus, die zu tief entladen wurden und diese ausgelöst wurde (Multimeter zeigt 0 Volt an).

Die Maße und das Gewicht sind extrem reisetauglich: 90 x 22 x 26mm und 20g.
Hier noch mal ein Bild damit deutlich ist, wie Micro USB aussieht im Vergleich zu Mini USB. Darunter ist das Miller 102 Version 3 Ladegerät, der noch ein Mini USB hatte. Die neusten beiden Varianten 5 bzw. 6 haben ebenfalls Micro USB.

Ladbare Akkuarten:
Nur Li-Ionen
Akkus: 10440, 144500, 14650, 16340, 17500, 17670, 18350, 18500, 18650, 18700, 22650, 25500, 26650. Es werden zwar keine 32650 Akkus genannt, aber von den Maßen her, passen sie auch (also kann man so ziemlich alle Li-Ionen Akkus laden, die auf dem Markt verfügbar sind).

Da allerdings mit 500mA geladen wird, sollte man bei 10440 nur IMR Akkus damit laden (für sonstige sind 0,5A zu viel) und bei Akkus ab 18650 Größe braucht man Geduld, da es entsprechend lange dauert.

Verarbeitungsqualität:
Das komplette Ladergehäuse ist aus schwarzen Kunststoff, das Markenlogo und ein Schriftzug sind sauber aufgedruckt und der Name ist neben der LED eingeprägt. Im Ladeschacht ist auch noch mal ein + und – Zeichen eingeprägt, was damit der Verpolung vorbeugen soll.
Alle wichtigen technischen Daten sind auf der Unterseite ebenfalls eingeprägt. Das gefällt mir sehr gut, da Aufkleber sich mit der Zeit lösen können und die Einprägung für mich immer hochwertiger aussieht. Da die Oberfläche aber leicht spiegelt und die Buchstaben recht klein sind, ist es nicht so einfach alle zu lesen.
Der Federmechanismus ist einigermaßen leichtgängig am Anfang (bis 14500 Größe), aber längeren hakt die Feder ab und zu ein wenig und wird auch von deutlichen Federgeräuschen untermalt.
Es passen Akkus mit Maßen von 30,3mm bis 72,3mm hinein. Auf dem Bild sieht man deutlich, dass der recht lange protected Panasonic NCR18650B (ca. 70mm) problemlos passt. Der Kontaktpunkt am Pluspol ist leicht erhoben, es können also auch Flattopakkus geladen werden (wie auf dem Bild eine unprotected Samsung Zelle). Auch der Minuspol hat einen Ausprägung, berührt also auch bei neu mit Schrumpfschlauch versehenen Akkus den Minuspol.

Bedienung:
Es ist eigentlich nur eine Ladschale mit einer Elektronik. Man benötigt also noch eine Energiequelle in vom eines Netzteils mit USB Ausgang, den PC mit USB Schnittstelle oder eine Powerbank. Das Micro USB Kabel ist im Lieferumfang enthalten. Man schließt es daher an und legt einen Akku ein. Beim Laden leuchtet die LED rot. Wenn der Akku voll ist, wechselt die LED auf grün.
Für Ladekurven verweise ich hier auf die im HKJ Review. Er hat ein besseres Testequipment und viel Erfahrung dabei.
Der Lader hat, wie alle neuen XTAR Lader eine verbesserte thermische Regelung. HKJ misst bei seinem Gerät max. 28,7° Grad Celsius. Bei einem 14500 konnte ich mit meinen Fingern keine Erwärmung zur Zimmertemperatur spüren.
Für mich ist es ein idealer Nachfolger für das MP1S (die wichtigsten technischen Daten sind gleich), auch wenn das noch gebaut und verkauft wird. Die Vorteile liegen für mich auf der Hand:
– keine Adapterstücke notwendig, damit man kurz Akkus laden kann
– kompakter Maße, kann aber dennoch längerer Akkus laden
– bessere Temperaturregelung
– günstigere Preis
– Micro USB Eingang ist zukunftsweisender (da viele Handymodelle darauf umsteigen und man damit das Ladegerät von denen nutzen kann)

Ladezeit:
Für den Test habe ich einige unprotected Samsung ICR18650 24E (2400mAh) genutzt. Von diesen habe ich einfach einige, die immer im gleichen Verbund genutzt wurden –sie sollten also die gleiche Kapazität besitzen. Ich habe zwei auf 3,10V entladen (gemessen nach 12h Ruhezeit) und eine auf 3,4V.
Zum einen hat es mich interessiert, ob es zeitliche Unterschiede zwischen dem XTAR SP1 und dem XTAR MC1 gibt, wenn jeweils mit 0,5A geladen wird und auch ob es Temperaturunterschiede gibt (sowohl beim Lader als auch beim Akku).
Beide Lader benötigen nahezu gleich lang (SP1: 5 Stunden 44 Minuten, MC1: 5 Stunden 48 Minuten), wobei der SP1 nach knapp 4 Stunden bei 4,04-4,05V lag. Sowohl die Ladeschale vom SP1 als auch das Netzteil erwärmten sich nur minimal und auch der Akku blieb über den kompletten Ladezyklus nahezu bei Zimmertemperatur.
Die Ladeschale des MC1 war leicht wärmer und ebenso der Akku. Aber auch diese Werte waren weit entfernt, von dem was z.B. der Sysmax Nitecore i4 V2 bei meinen Akkus macht.
Ein weiterer Test ergab diese Werte: 3,82V Start, 4,1V (nach 80 Minuten), 4,2V (nach 180 Minuten), aber noch zeigt der Lader nicht komplett voll an und erst 60 Minuten später hörte sprang die LED auf grün (bei 4,21V, aber nach 15 Minuten Ruhephase außerhalb vom Lader war er dann bei 4,2V).

Konkurrenz:
Wenn man das Preissegment beachtet, gibt es eigentlich nur zwei Lader, die da aktuell noch mitspielen. Zum einen der Miller 102, bei dem es aber leider nur noch die Version 5 bzw. jetzt schon 6 gibt, in den ohne Umarbeitung nur Akkus bis 66mm passen. Auf einigen Vergleichsbildern sieht man den Miller 102 Version 3 (noch mit Feder am Minuspol).

Weiterhin benötigt man für kürzere Akkus als 18650 wieder Adapter und ist nicht in Europa erhältlich (also hat man nur die max. 30 Tage Gewährleistung vieler HongKong Shops bzw. die 45 Tage Paypal Frist).
Der andere ist der Efest Xsmart (nur die neue 2014 Version – der Vorgänger erhielt keine Empfehlung von HKJ, sondern eine Warnung), wobei dort zu beachten ist, das er mit 1A lädt – zu viel für kleinere Akkus als 18650, wenn es keine IMR Akkus sind.

Fazit:
Wer einen günstigen Lader sucht und mit 500mA zufrieden ist, kann hier nichts falsch machen. Für unter 7€ bekommt man in Deutschland aktuell kein vergleichbares Gerät (außer den Konkurrenten aus dem eigenem Haus XTAR MC0, in den aber nur max. 18500 passen, der aber dafür auch mit 0,25A laden kann – also ideal für Akkus mit geringer Kapazität) und hat gleichzeitig die vollen 24 Monate Gewährleistung. Er ist kompakt und passt so auch ins Reisegepäck rein. Die Federgeräusche sind aber beim meinem Exemplar schon etwas lauter.

Wer hauptsächlich mit 18650 / 26650 arbeitet sollte eher zum XTAR SP1 greifen, da bei 500mAh viel Geduld bei einem 2900-3400mAh 18650 Akku erforderlich ist. Weiterhin verfügt der dann auch über eine Powerbankfunktion.

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