XTAR SP1 Li-Ionen Ladegerät – ideal für beinahe alle Größen

XTAR SP1 Ladegerät – der beinahe perfekte Lader mit Powerbankfunktion.

XTAR hat mir freundlicherweise zwei Ladegräte zur Verfügung gestellt, die ich hier näher vorstellen möchte. Der Link zum SP1 auf der Herstellerseite (mit zahlreichen weiteren guten Bildern und Animationen).
Für technische Details verweise ich auf HKJs Review, den Akkuguru aus Dänemark. Er hat in dem Bereich einfach extrem viel Erfahrung, eine gute technische Ausrüstung und bereits jede Menge Zeit in die Messkurven usw. investiert. Neben dem SP1 ist hier noch der Review zum MC1.

Dieser Lader verbindet so beinahe alles in einem Lader, was ich schon immer haben wollte (1 und 2 Ampere, 4,2 und 4,35V Unterstützung, Powerbankfunktion). Wenn er jetzt noch ein Display und eine Entladefunktion mit Kapazitätsanzeige hätte, wäre es mein persönlicher Traumlader. Alleine aber auch mit den aktuellen Funktionen gehört er schon zu meinen bevorzugten Ladern.
Er verfügt über einen Ladeschacht, aber es gibt schon etwas länger den SP2 mit zwei Schächten, aber ohne die USB Ladefunktion. XTAR hat bereits auf der Homepage eine weitere Zweischachtvariante vorgestellt, die sich allerdings noch in dem Punkt der Stromstärke unterscheidet. Der SP1/2 hat 0,5/1/2 Ampere, der WH2H 0,25/0,5/1 Ampere. Der ist also besser für die kleineren Akkus wie 10440.

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass es wieder einen offiziellen XTAR Shop in Deutschland gibt (gehört zu LuxundLumen). Dieser Review hat aber nichts mit diesem Shop zu tun, sondern mein Exemplar stammt von der Firmenzentrale in HongKong.

Verpackung:
Sie ist im mattschwarz gehalten, zeigt ein Foto des Laders und alle wichtigen Daten (Funktionen, ladbare Akkutypen). Weiterhin sind alle technischen Logos (CE, RoHS, grüner Punkt, durchgestrichene Mülltonne etc.) darauf, die für Deutschland (und vermutlich viele weitere Länder) wichtig sind.

Insgesamt macht sie einen wertigen Eindruck und ich mag solche Pappboxen lieber als Blisterverpackungen aus Kunststoff. Innen befindet sich der Lader und das Zubehör in einer weißen Kunststoffschale.

Lieferumfang:
Neben dem Lader enthält die Verpackung ein Netzteil mit EU Anschluss, ein KFZ-Ladekabel, eine Garantiekarte mit Seriennummer und eine Anleitung. Der Preis in Deutschland liegt bei ca. 20€.

Bei dem Preis lohnt sich der Kauf im Ausland nicht (incl. Wechselkursgebühr und Versand spart man je nach Quelle max. 1,50€ im Ausland. Dafür aber 3-4 Wochen warten, beim Kauf darauf achten, dass man eine EU nimmt und keine US Stecker Version und die nahezu nicht existierende Gewährleistung beim Kauf im Ausland macht das unattraktiv). Weiterhin wird ab und zu in den Taschenlampenforen berichtet, dass Zöllner auf eine Anleitung in Deutsch bestehen. Diese wird man bei einer Bestellung im Ausland nicht erhalten.

Technische Daten:
12 Volt, 1A Eingang, Stromstärke 0,5 /1 / 2A , terminierungs Stromspannung: 3,6 / 4,2 / 4,35 Volt +/- 0,05V, USB Ausgang 0,5/1A bei 5 Volt.
Maße: Länge: 118 mm, Breite: 36 mm, Höhe: 33 mm

Das Ladegerät verfügt über einen Verpolungsschutz und lädt mit dem TC und CC/CV Verfahren. Weiterhin löst er die Schutzschaltung bei Akkus, die zu tiefentladen wurden und diese ausgelöst wurde (Multimeter zeigt 0 Volt an).

Ladbare Akkuarten:
Nur Li-Ionen Akkus
: 10440, 14500, 14650, 16340, 17500, 17670, 18350, 18500, 18650, 18700, 22650, 25500, 26650 – also kann man so beinahe alle Li-Ionen Akkus laden, die auf dem Markt verfügbar sind.
Es passen Akkus mit Maßen von 33mm bis 72mm hinein. Der Kontaktpunkt am Pluspol ist leicht erhoben, es können also auch Flattopakkus geladen werden. Durch die 72mm Länge passen auch die langen Panasonic NCR18650B mit 3400mAh problemlos.

Ladbare Akkuarten, die ich habe (16340, 14500, 18650 unpro., 18650 pro., 26650

Da allerdings mit mind. 500mA geladen wird, sollte man bei 10440 nur IMR Akkus damit laden (für sonstige sind 0,5A zu viel). Ab 18650 kann man je nach Kapazität auch mit 2A laden. Ein geringerer Amperewert „stresst“ den Akku weniger und sollte die Langlebigkeit verbessern.

Die Besonderheit liegt aber für mich darin, dass der Lader bis zu einer Nominalspannung von 3,8V gehen kann und damit auf 4,35V kommt. Für viele mag das unwichtig sein, aber wer sich die unprotected Akkus von LG näher ins Auge fasst oder die neusten Samsung Akkus, dem werden diese 4,35V auf jeden Fall ansprechen.

Ich möchte hier noch mal kurz betonen, dass Anfänger bitte auf protected Akkus zurückgreifen sollten, da diese Akkus über einige Schutzmechanismen verfügen. Beim Umgang mit unprotected Akkus sind einige Punkte zu beachten (z.B. Gefahr der Tiefentladung), worauf ich hier aber nicht näher eingehen werde.

Verarbeitungsqualität:
Das komplette Ladergehäuse ist aus schwarzem Kunststoff, das Markenlogo und ein Schriftzug sind sauber aufgedruckt und der Name ist neben der LED eingeprägt. Da es verklebt und nicht verschraubt ist, kann ich leider keine Bilder vom Innenaufbau zeigen.

Alle wichtigen technischen Daten sind auf der Unterseite ebenfalls eingeprägt. Das gefällt mir sehr gut, da Aufkleber sich mit der Zeit lösen können und die Einprägung für mich immer hochwertiger aussieht. Auch diese Logos sind mit eingeprägt: RoHS, CE und die durchgestrichene Mülltonne.
Der Federmechanismus ist recht leichtgängig, aber man nimmt deutlich Geräusche der Feder war, wenn man einen langen Akku einlegt. Wenn diese etwas geschmiert wird, nehmen die Geräusche deutlich ab.

Auf dem Lader ist das bereits bekannte Anti-Fake-Siegel, bei dem sich unter einer grauen, abkratzbaren Schutzschicht, ein einzigartiger Produktkey verbirgt, mit dem man die Echtheit auf der Homepage überprüfen kann.
Der Lader hat, wie alle neuen XTAR Lader eine verbesserte thermische Regelung. HKJ hat max. 44,1 Grad bei 1 Ampere gemessen (an der Kontaktfläche zum Pluspol).
Beim Laden habe ich auch nur eine ganz geringe Erwärmung am Ladegerät und Netzteil festgestellt.
Das Netzteil ist das bewährte was auch schon beim VP1, WP2 II, WP2S genutzt wird. Es liefert 1 Ampere bei 12 Volt. Das beigefügte KFZ Ladegerät passt auch bei allen anderen XTAR Ladern und auch bei zahlreichen weiteren Herstellern wie z.B. beim Sysmax i4 v2, i2, Jetbeam i4 Max.

Einstellungen:
Bevor man einen Akku einlegt, sollte man sich vergewissern, wie voll dieser geladen werden darf. LiFePO4 dürfen nur bis zu einer Endspannung von 3,6V (nominal 3,2V) geladen, normale Li-Ionen Akkus bis 4,2V (nominal 3,6V) und besondere Akkus bis 4,35V (nominal 3,8V z.B. LG ICR18650-D1/ LG ICR18650E1/ Samsung ICR18650-30A / 30B und 32A).  Wenn man einen Akku mit einer möglichen Endspannungswert von 4,35V nur bis 3,6V lädt, hat er eben nur entsprechend wenig Leistung, aber keine permanenten negativen Folgen. Beim umgekehrten Fall z.B. ein LiFePO4 wird bis 4,35V geladen, könnte das vielleicht schon anders aussehen. Daher ist beim Laden unterschiedlicher Akkus immer darauf zu achten, welche Einstellung gewählt wurde.
Neben einigen Modellbauladern gibt es sonst nach meiner Kenntnis keine wirklich zuverlässigen und qualitativ guten Lader, die bis 4,35V laden können.
Der Wahlschalter ist auf der Seite angebracht und ist ein rein mechanischer Schiebeschalter (siehe Bild). Man nimmt die einzelnen Stufen deutlich hör- und fühlbare war, wenn man den Schalter bewegt.

Bedienung:
Wenn man das Netzteil ans Stromnetz anschließt blinken kurz alle drei blauen LEDs. Danach blinkt nur noch die mittlere blaue LED und man kann nach dem Akku einlegen sowie die Stromstärke wählen. Unterhalb der blauen LEDs befindet sich der Wahlschalter für die Stromstärke. Neben 0,5A können auch 1A oder 2A gewählt werden – die Default Einstellung ist 0,5A.
Wenn man keine IMR Akkus benutzt, sollte man sich an 0,5-0,7C [C entspricht hierbei der vollen Kapazität] als Ladestärke orientieren. Wer auf viele Ladezyklen setzt an 0,3C.
Wenn man diese Werte zu Grunde legt, kann man also Li-Ionen Akkugrößen ab 16340 laden. Für 10440 passen zwar mechanisch, aber selbst 0,5A sind da schon recht hoch gegriffen. Da sollte man dann eher den neuen Lader WH2H ins Auge fassen.

Ich richte mich bei Li-Ionen (IMR Akkus wie z.B. Panasonic 18650PD lasse ich mal außen vor) Akkus nach diesen Werten:
0,5A:  Alle Akkus bis 900mAh (ich habe keine Akkus zwischen 900 und 2400mAh).
1A: Alle 18650 oder sonstige Akkus mit mehr 2000mAh
2A: Alle 26650

Es kann bei Akkus, die in die Schutzschaltung getrieben wurden, diese wieder lösen. Zusätzlich soll es auch Akkus wieder aktivieren können, die zu tief entladen wurden (also unprotected).
Unterhalb von 1V leuchtet die LED grün, zwischen 1-2V blinkt es rot, ab 2 Volt brennt sie durchgängig rot. Bis 2,9V hat sie eine so genannten Softstart Ladefunktion, d.h. Laden mit einer sehr geringen Stärke. Ab 2,9V setzt dann der normale Ladevorgang ein.

Ob es sinnvoll ist, einen so tief entladenen Akku wieder zuladen, lasse ich dahin gestellt.
Aus Neugierde habe ich es aber mal probiert, da ich ohnehin noch zwei Akkus da hatte, die ich eh entsorgen wollte. Es waren zwei 16340, die schon mit 2 Volt beim Kauf kamen und das ist ca. 15 Monate her. Da war ein reaktivieren nicht mehr möglich. Es kam zwar zum roten LED blinken, aber nach 3 Stunden hatte sich der Voltwert nur marginal verändert.

Ladezeit:
Für den Test habe ich einige unprotected Samsung ICR18650 24E (2400mAh) genutzt. Von diesen habe ich einfach einige, die immer im gleichen Verbund genutzt wurden –sie sollten also die gleiche Kapazität besitzen. Ich habe zwei auf 3,10V entladen (gemessen nach 12h Ruhezeit) und eine auf 3,4V.
Zum einen hat es mich interessiert, ob es zeitliche Unterschiede zwischen dem XTAR SP1 und dem XTAR MC1 gibt, wenn jeweils mit 0,5A geladen wird und auch ob es Temperaturunterschiede gibt (sowohl beim Lader als auch beim Akku).
Beide Lader benötigen nahezu gleich lang (SP1: 5 Stunden 44 Minuten, MC1: 5 Stunden 48 Minuten), wobei der SP1 nach knapp 4 Stunden bei 4,04-4,05V lag. Sowohl die Ladeschale vom SP1 als auch das Netzteil erwärmten sich nur minimal und auch der Akku blieb über den kompletten Ladezyklus nahezu bei Zimmertemperatur.
Die Ladeschale des MC1 war leicht wärmer und ebenso der Akku. Aber auch diese Werte waren weit entfernt, von dem was z.B. der Sysmax Nitecore i4 V2 bei meinen Akkus macht.

Bei 1A benötigte der XTAR SP1 von 3,4->4,19V 4 Stunden und 42 Minuten. Auch hier benötigte er für die letzten 0,2V einen recht langen Zeitraum. Wer also schon mit 4,05-4,1V zufrieden ist, spart sich hier eine Menge Zeit.
Bei 2A wurde ein XTAR 2900mAh, unprotected, high drain Akku genutzt (basiert auf Panasonic NCR18650PF) geladen. Startwert 3,47V, nach 60 Minuten (4,05V), nach 125 Minuten (4,19V) und die LED sprang auf grün.
Beide Akkus hatten bei der Entnahme 4,19 bzw. 4,2V und nach 15 Minuten Ruhezeit zeigten beide 4,19V an.
Für Ladekurven verweise ich hier auf die HKJ Kurven. Er hat einfach das bessere Equipment und mehr Erfahrung dabei.

USB Ladefunktion – gemessen mit dem XTAR VI01

USB Output:
Neben der Ladefunktion von Akkus, kann der Lader auch als Powerbank benutzt werden. Der Ausgang unterstützt max. 1A. Der Ausgang soll auch Apple Geräte laden können (konnte nicht getestet werden, da ich keine Geräte dieses Herstellers besitze). Um die Funktion zu aktivieren drückt man den Schalter für 1,5 Sekunden.
Solange der Akku mehr als 50% seiner Ladung hat, leuchtet die LED grün. Sobald der Akku nur noch 25-50%, leuchtet die Status LED rot, zwischen 5-25% blinkt sie rot.
Wie auf dem Bild zu sehen ist liefert der USB Ausgang bei meinem Exemplar 5,03V, liegt somit im Toleranzbereich. Gemessen habe ich es mit dem XTAR VI01 – einem kleinen USB Spannungschecker. Einige Detailbilder poste ich in den nächsten Tagen.

Weitere Funktionen der LEDs:
Wenn man währen des Ladens zwei Mal den Auswahlknopf drückt blinkt eine der blauen LED 3 Mal und zeigt damit an, welche nominale Spannung man auf der Seite eingestellt hat. Also bei der ersten LED 3,2V bei der zweiten 3,6V und bei der letzten 3,8V. Diese Funktion finde ich recht unwichtig, da man schneller auf die Seite geschaut hat und dann sehen kann, was man eingestellt hat als zwei Mal den Knopf gedruckt zu haben.
Etwas ungeschickt finde ich die Einprägungen unterhalb der blauen LEDs. Dort steht zum einen die gewählte Stromstärke als auch die Endspannung, die einem per Doppeldruck der Auswahl angezeigt wird. Wenn ein Laie aber ohne Bedienungsanleitung es sieht, könnte er es auch so interpretieren, dass es die zu wählende Stromstärke ist: 0,5A für alle mit 3,2V, 1A für alle mit 3,6V und 2A für alle mit 3,8V.

Fazit:
Wer mit einem Ladeschacht auskommt bzw. als Ergänzung zu einem anderen Gerät sucht, was viele Funktionen hat, für den ist der SP1 eine sehr gute Lösung. Klein genug als Reiselader und Powerbank Funktion, viele Akkus passen sowohl von den Maßen als auch von der Stromstärke her und der Preis ist in Bezug auf die Funktionen und dem Lieferumfang mehr als fair. Bei meinem Exemplar werde ich noch mal mit Silikonfett an der Schiene arbeiten, um ihn zu perfektionieren.
Wenn man dann noch die Entladekurven von HKJ hinzuzieht und sein Endergebnis mit „very good charger“, stellt der XTAR Lader wieder einmal eine hervorragende Lösung dar.

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