Ladegerät Li-Ionen Trustfire TR-003P4 modifiziert – kurze Vorstellung

Einige werden den Trustfire TR-003P4 Lader kennen, der vier Li-Ionen Akkus gleichzeitig laden kann, aber das für sehr viel Zeit benötigt (HKJ hat da bis zu 15 Stunden benötigt bei 4 leeren 18650 Akkus).

Das Ladegerät kann diese Li-Ionen Akkus laden: 10430, 10440, 14500, 16340, 17500, 17670, 18350, 18500, 18650, 18700, 22500/26650 (davon nur einen, da sie zu breit sind)

Über einige Umwege bin ich zu einem modifizierten Lader dieser Art gekommen, den ich hier mal etwas näher vorstellen möchte.

Laut dem Produktaufkleber soll unmodifizierte 4x 500mA liefern. Wenn man sich die Ladezeit aber anschaut, erkennt man schnell, dass da was nicht ganz richtig sein kann. Messungen zeigen, dass er diese 500mA und etwas mehr nur erreicht, wenn die Akkus weniger als 3,7V haben, danach sinkt der Wert je nach Voltwert auf 200mA ab.

Bei mehr als 4 Volt sinkt der Wert weiter. Ab da dauert es also echt lang, bis der Akku komplett voll ist (4,2V, wobei der Lader bis 4,23Volt lud).

Einen 26650 Akku damit zu laden oder die Panasonic mit 3400mAh (die passen auch als protected Version mit 70,4mm noch rein) ist also eine langwierige Prozedur. Weiterhin pulst das Ladegerät auch weiter, wenn die LED auf grün springt, d.h. das Ladegerät schickt alle paar Sekunden noch mal einen geringen mA Impuls („trickle pulse charged“)

Ich bin daher sehr dankbar, dass ich ein Modell bekommen habe, was von jemanden modifiziert wurde, bei dem Elektronik nicht nur ein Hobby ist, sondern ein Teil seines Berufs. Zusätzlich kann er  löten und hat auch bei der Modifikation an verschiedene Einsatzbedingungen gedachte.

Trustfire TR003P Modi Front

Ich nehme mal die Ergebnisse der Modifikation vorweg:

Schacht 1: 200-550mA, schaltet ab bei 4,197V

Schacht 2: 200-550mA, schaltet ab bei 4,200V

Schacht 3: 680-1500mA, schaltet ab bei 4,198V (perfekt für Akkus mit höher Kapazität, die mit mehr als 1A geladen werden dürfen)

Schacht 4: 280-900mA, schaltet ab bei 4,345V (nutzbar z.B. für die unprotected Samsung ICR18650 30A oder LG ICR18650D1, da diese beiden Modelle erst bei 4,35V komplett voll sind).

Trustfire TR003P Akkus

Wenn also die LED auf grün springt, ist der Wert erreicht, mit dem die Elektronik abschaltet. Damit werden Akkus verschiedener Hersteller vergleichbar, wenn ich sie mit der selben Lampe und der gleichen Helligkeit entlade. Da jedes Bauteil einen Widerstand hat und nicht jedes ausgetauscht werden sollte (beachtet, dass es ein günstiges Gerät ist, wo mehrere Stunden Arbeit und Arbeitsmaterial nicht in wirtschaftlicher Relation zum Wert stehen), sind die Endabschaltwerte nicht alle komplett rund. Eine Abweichung von max. 0,005V finde ich aber mehr als akzeptabel (die meisten Multimeter werden da eh eine größere Abweichung haben und nur hochwertige Multimeter und Messleitungen wie z.B. Fluke werden diesen Unterschied anzeigen können).

Da das Ladegerät jetzt etwas mehr Wärme produziert, (aber auch schon das original Gerät), wurden zahlreiche Lüftungslöcher ergänzt. Diese sind sowohl im Gehäuse als auch auf der Platine.

Trustfire TR003P Modi back

Mit 2A läuft etwas im oberen Leistungsbereich des Netzteils. Es können also daher nicht alle vier Schächte gleichzeitig genutzt werden und dabei die volle Leistung abgerufen werden.

Bild der unmodifizierten Platine:

Trustfire TR003P Unmodi

Hier ein Bild der modifizierten Platine.

Trustfire TR003P Modi

Trustfire TR003P Modi

Trustfire TR003P Modi Baugruppe 2

Einige genauere Details zum Umbau könnt ihr in diesem Thread finden, wo das Taschenlampenforenmitglied näher beschreibt, wie er ihn modifiziert hat.

Für mich ist das Ladegerät eine gute Ergänzung, da er auch sehr lange Akkus laden kann (z.B. protected Panasonic NCR18650B mit 3400mAhm, die auch mal 70,4mm lang sein können), einen 26650 und eben die unprotected Samsung und LG Akkus, die erst bei 4,35V komplett voll sind.

Wenn man viele 18650 laden will, sollte man eher zu einem 4 fach Lader greifen wie den Soshine SC-S1 max.  oder den XTAR XP4 (mit jeweils 4x 1A). Ich habe wenige Lampen mit vier Akkus (ich bevorzuge Lampen mit einem 18650, muss daher nicht so oft vier Akkus gleichzeitig laden), nutze daher den XTAR WP2 bzw. WP2s als Ergänzung.

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